Welche Versicherungen Azubis brauchen

Viele junge Menschen starten in diesen Tagen ihre Ausbildung.Freepik

Zum Start in die Ausbildung

Welche Versicherungen Azubis brauchen

Im Spätsommer beginnt das neue Ausbildungsjahr – und damit für viele junge Menschen ein aufregender neuer Lebensabschnitt. Das erste eigene Geld, vielleicht die erste eigene Wohnung. Auch der Versicherungsschutz ändert sich jetzt. Hier erfahren Sie, gegen welche Risiken Azubis abgesichert sein sollten.

Von Manila Klafack | Druckansicht

Viele junge Menschen starten in diesen Tagen ihre betriebliche Ausbildung. Dabei können sie aus über 300 verschiedenen Berufen auswählen. Junge Männer, so zeigt die Statistik, wählen eher eine Tätigkeit im Bereich Kraftfahrzeuge, auch der Ausbildungsberuf zum Fachinformatiker erfreut sich hier einer hohen Beliebtheit. Frauen sind dagegen häufiger in kaufmännischen Berufen unterwegs, zum Beispiel im Bereich des Büromanagements.

Egal, auf welchen Beruf letztlich die Wahl fällt, eines haben alle Azubis gemeinsam: Sie tragen jetzt mehr Verantwortung für das eigene Leben. Dazu gehört auch, den persönlichen Versicherungsschutz zu überprüfen und anzupassen. Das gilt insbesondere für diejenigen, die nicht mehr länger bei ihren Eltern wohnen, sondern eine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer beziehen. Doch welche Policen sind beim Berufseinstieg sinnvoll und worauf muss man unbedingt achten? Hier ein Überblick:

Krankenversicherung

Zu den unverzichtbaren Absicherungen zählt die Krankenversicherung. Sobald ein Auszubildender im Rahmen seines Arbeitsvertrags eine Vergütung erhält, gilt die Krankenversicherungspflicht. Der Lehrling muss sich also eine eigene Krankenkasse suchen und kann unter Umständen nicht länger bei den Eltern versichert sein. Handelt es sich um eine schulische Ausbildung, kann sich der Jugendliche allerdings im Rahmen der Familienversicherung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres weiterhin beitragsfrei über die Eltern mitversichern. Dazu darf sein Einkommen nicht höher sein als 485 Euro im Monat.

Beginnt der Lehrling eine betriebliche Ausbildung mit einer üblichen Ausbildungsvergütung muss er sich also selbst in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern. War der Auszubildende vorher privat versichert, kann er diesen Status in seinem Angestelltenverhältnis zunächst nicht weiter nutzen.

Er könnte jedoch mithilfe eines Optionstarifes eine Anwartschaft abschließen, wenn er davon ausgeht, über kurz oder lang wieder die Voraussetzungen für eine private Krankenversicherung zu erfüllen. Ein späterer Wechsel zurück in die PKV bleibt so möglich. Zudem bleiben die ursprünglichen Konditionen der PKV erhalten.

Private Haftpflichtversicherung

Wie wichtig die private Haftpflichtversicherung (PHV) ist, darauf machen Verbraucherschützer regelmäßig aufmerksam. Sie springt ein, wenn einem Dritten ein Schaden zugefügt wird. Daher kommt mit dem Ende der Schulzeit oft die Frage auf, ob sich der junge Verbraucher nun allein versichern muss oder wie lange der Schutz der Familienversicherung in der PHV gilt.

Hier gilt: Während der ersten beruflichen Ausbildung muss sich der Azubi noch nicht um eine eigene Absicherung kümmern. Üblicherweise ist er dann im Rahmen der Privathaftpflicht der Eltern mitversichert. Auch für eine eventuelle Wartephase nach der Schule gilt das. Verfügt der junge Mensch jedoch vor der Aufnahme der Ausbildung über eigenes Einkommen aus einer Beschäftigung, muss er sich selbst versichern.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Spätestens mit dem Beginn der Ausbildung empfiehlt sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Denn die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit entsprechen bei weitem nicht der Höhe eines regulären Einkommens. Je jünger und gesünder ein Interessent bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist, desto moderater fällt außerdem die Prämie aus.

Weitere Versicherungen nach persönlicher Situation

Je nach Alter verfügt der Berufsstarter eventuell bereits über ein Auto. Dafür ist eine Kfz-Versicherung Pflicht. Alternaitv können auch die Eltern das Auto als Zweitwagen versichern und ihre Tochter oder ihren Sohn als Fahrer eintragen.

Bewohnt der Lehrling eine eigene Wohnung und besitzt eventuell wertvolle Gegenstände wie ein teures Fahrrad oder ein teures Smart-TV, kann sich eine Hausratversicherung lohnen. Auch eine private Rentenversicherung kann sinnvoll sein. Insbesondere bei einer fondsgebundenen Police profitiert der Jugendliche von seinem jungen Alter. Der Zinseszinseffekt bei langen Laufzeiten sorgt für ansehnliche Beträge bei einer späteren Auszahlung. Die Höhe der Beiträge startet bei vielen Tarifen schon bei 25 Euro.

Autorin:

Manila Klafack

Manila Klafack ist freie Journalistin und Diplom-Kauffrau und schreibt seit 2016 für Pfefferminzia. Nach ihrer Ausbildung als Redakteurin verantwortete sie in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.