So funktioniert die Pflegeversicherung

Die Zahl pflegebedürftiger Menschen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen.Freepik

Alles Wichtige auf einen Blick

So funktioniert die Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung gibt es in Deutschland bereits seit 1995. Dabei sind gesetzlich Krankenversicherte automatisch über ihre Krankenkasse mitversichert. Privat Krankenversicherte sind entsprechend privat pflegeversichert. Egal, ob gesetzlich oder privat pflegeversichert, entsteht jedoch eine Versorgungslücke, da die Zahlungen der Pflegepflichtversicherung nicht reichen, um die ambulanten oder die Kosten eines Pflegeheims auszugleichen. Diese Lücke können Sie zum Beispiel durch eine Pflegetagegeldversicherung schließen.

Von Manila Klafack | Drucken

Wir Menschen werden immer älter und sind daher auch immer häufiger von Pflegebedürftigkeit betroffen. Aktuell gelten in Deutschland rund 5 Millionen Menschen als pflegebedürftig, Ende 1999 waren es erst gut 2 Millionen. Bereits vor 1995 waren die Kosten für Pflege so hoch, dass zur Entlastung der Sozialhilfeträger bzw. der Steuerzahler als Reaktion auf diese Entwicklung die Pflegepflichtversicherung eingeführt wurde.

Wie die Pflegepflichtversicherung funktioniert

Wenn Pflegebedürftige Leistungen aus ihrer Pflichtversicherung beziehen möchten, muss zunächst einer von insgesamt fünf Pflegegraden festgestellt werden. Dafür gibt es bei den gesetzlichen Pflegekassen Sachverständige der jeweiligen medizinischen Dienste. In der privaten Krankenversicherung gibt es dafür einen gemeinsamen Prüfdienst. Die Gutachter machen nach Möglichkeit einen Termin im Lebensumfeld der Pflegebedürftigen zusammen mit der Pflegeperson.

Ob und in welchem Grad eine Pflegebedürftigkeit vorliegt, hängt davon ab, wie selbstständig der Versicherte (noch) seinen Alltag in verschiedenen Lebensbereichen gestalten kann. Je nach Einordnung in einen der fünf Pflegegrade erhalten die Pflegebedürftigen eine festgelegte Leistung.

Die Leistungen werden gezahlt, sobald der Pflegebedürftige in einen Pflegegrad eingestuft wurde, frühestens jedoch am 1. des Monats, in dem der Antrag eingegangen ist. Sind alle Unterlagen vollständig, prüft ein Gutachter, ob und mit welchem Umfang eine Pflege notwendig ist.

Gute Pflege kostet viel Geld

Selten entspricht die Höhe der Leistung aus der gesetzlichen Pflege den Kosten etwa für einen ambulanten Pflegedienst. Gute Pflege kostet viel Geld und die gesetzliche Versicherung leistet lediglich eine Grundversorgung, mit der nur ein Mindestmaß abgedeckt wird. Eine umfassendere Pflege kostet mehr Geld. Wer das also für sich selbst oder einen Angehörigen wünscht, sieht sich in einer Versorgungslücke gefangen.

Hier kommt eine private zusätzliche Absicherung ins Spiel – die Pflegetagegeldversicherung. Dabei bestimmen Sie selbst, wie viel Geld Sie zusätzlich zur freien Verfügung haben und umgekehrt, wie gering Ihr Eigenanteil im Pflegefall sein soll. Im Pflegefall wird das vereinbarte Tagegeld als monatliche Leistung ausbezahlt. Je jünger Sie als Versicherungsnehmer einer Pflegetagegeldversicherung sind, desto günstiger der Beitrag beziehungsweise desto höher können Sie den Tagessatz wählen. Der Versicherungsschutz beginnt sofort ab Vertragsbeginn – ohne Wartezeit.

Autorin:

Manila Klafack

Manila Klafack ist freie Journalistin und Diplom-Kauffrau und schreibt seit 2016 für Pfefferminzia. Nach ihrer Ausbildung als Redakteurin verantwortete sie in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.