Risiko Grillen – Welche Versicherung zahlt bei Unfällen?

Immer wieder kommt es beim Grillen zu Brand-Unfällen.© Pixabay

Risiko Grillen

Welche Versicherung zahlt bei Unfällen?

Sommerzeit ist Grillzeit. Doch immer wieder kommt es dabei zu Unfällen. Dann stellt sich schnell die Frage, wer den Schaden übernimmt. Welche Versicherung wann leistet und wie das Grillen sicherer wird, erfahren Sie hier.

Von Manila Klafack | Drucken

Ob im Garten, auf der Terrasse, im Park oder am See – überall findet sich im Sommer ein Plätzchen, um Wurst, Fleisch, Fisch oder Gemüse unter freiem Himmel zuzubereiten und zu essen.

Das Online-Portal Statista schaute sich kürzlich die Grillgewohnheiten der Deutschen ein wenig genauer an. Ein Ergebnis: Fast alle Deutschen, nämlich knapp 96 Prozent, grillen gern und fast 90 Prozent besitzen einen eigenen Grill. Bevorzugt wird dabei die Holzkohle als Grillmaterial. Elektro- und Gasgrills sind weniger beliebt – obwohl sie sicherer wären.

Gefahr von Verbrennungen

Denn Grillen sorgt nicht immer nur für gute Laune. Durch das offene Feuer kann es schnell zu Unfällen kommen. Wird zum Beispiel fahrlässig mit Brandbeschleuniger wie Spiritus gearbeitet, können gefährliche Stichflammen entstehen, die schwere Verbrennungen nach sich ziehen können. Solche Mittel sollten daher auch niemals auf glühende Kohlen gegossen werden, warnt der Feuerwehrverband.

Hat die Kleidung eines Menschen Feuer gefangen, ist es wichtig, dieses sofort zu ersticken. Am besten geht das, wenn der Betroffene am Boden liegt. Dazu eine Decke oder ein großes Kleidungsstück nutzen. Synthetikstoffe dabei jedoch unbedingt vermeiden. Wichtig ist, die Flammen vom Kopf abwärts zu löschen. Auch Wasser kann helfen. Feuerlöscher, insbesondere mit Kohlendioxid, sind dagegen nur im äußersten Notfall zu verwenden.

Wer zahlt im Falle eines Grillunfalls?

Der Verursacher eines Brand-Unfalls muss dem Geschädigten unter Umständen Schadenersatz leisten. Der Bund der Versicherten (BdV) weist in diesem Zusammenhang darauf hin, wie wichtig eine private Haftpflichtversicherung (PHV) ist, die im Fall der Fälle für die finanziellen Folgen aufkommt.

Allerdings gilt das nur dann, wenn ein Verursacher gefunden wird. Ist das nicht der Fall oder der Geschädigte hat seine Verletzung selbst verursacht, muss er selbst mit den gesundheitlichen und finanziellen Folgen zurechtkommen. Hier helfen unter Umständen eine Unfall-, eine Berufsunfähigkeits- oder eine Privathaftpflichtversicherung mit Ausfalldeckung.

Kommt es nur zu Sachschäden, ist die Hausrat eine weitere Versicherung, die bei einem Grillunfall Erstattung leisten könnte. Brandschäden, die an Kleidung oder Möbeln, gegebenenfalls sogar außerhalb des eigenen Grundstücks, entstanden sind, können darüber reguliert werden.

Grilltipps der Feuerwehr:

  • Auf einen sicheren Stand des Grills achten, keine Behelfskonstruktionen bauen.
  • Beim Grillen am Lagerfeuer einen nicht brennbaren Streifen (Erde, Sand, Steine) rund um den Grillplatz anlegen.
  • Den Grill immer beaufsichtigen, insbesondere, wenn Kinder in der Nähe sind.
  • Niemals Brandbeschleuniger oder andere brennbare Flüssigkeiten in die Glut gießen.
  • Bei Verbrennungen: Kleinere Brandwunden maximal zehn Minuten mit Wasser kühlen (kein Eis und kein eiskaltes Wasser); bei größeren Verletzungen Notruf 112 wählen.
  • Nie in geschlossenen Räumen grillen, dort besteht wegen der Gasbildung Lebensgefahr.
  • In der Natur nur in dafür vorgesehenen Plätzen grillen, und Verbote zum Beispiel wegen Waldbrandgefahr unbedingt beachten.
  • Die Asche vor dem Entsorgen komplett abkühlen lassen und niemals in Kartons oder Plastikbehälter füllen.

Autorin:

Manila Klafack

Manila Klafack ist freie Journalistin und Diplom-Kauffrau und schreibt seit 2016 für Pfefferminzia. Nach ihrer Ausbildung als Redakteurin verantwortete sie in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.